Zwischen Rockkonzert und Musikvideo: BAT OUT OF HELL in Düsseldorf
Zu ihren Lebzeiten wurden Komponist Jim Steinman und Rocklegende Meat Loaf bereits 2017 mit einem Musical bestehend aus Songs der Alben BAT OUT OF HELL 1-3 geehrt. Ende 2018 wurde BAT OUT OF HELL in Oberhausen inszeniert und erntete Kritik für einen Mix aus übersetzten Strophen und englischen Original-Refrains. Mit der englischsprachigen Tour-Produktion, die gestern Abend in Düsseldorf Premiere und Tour-Auftakt feierte, ist dieser Kritikpunkt Geschichte und ebnet einen höllisch guten Soundtrack für einen gelungenen Abend mit beeindruckenden Stimmen und erstklassiger Band.
Die Handlung spielt im Jahr 2030. Der Tyrann Falco (Rob Fowler) beherrscht durch seinen Reichtum die Stadt Obsidian, seine Ehe mit Frau Sloane (Sharon Sexton), die sich Tag für Tag genervt mit Alkohol betäubt und auch seine Tochter Raven (Katie Tonkinson), die selbst mit 18 Jahren bevormundet wird wie ein Kleinkind. Als die rebellische Gruppe „The Lost“ und ihr Anführer Strat (Glenn Adamson) den Wohnsitz Falco’s mit Graffiti besprühen, verbindet Tochter und Anführer die Liebe auf den ersten Blick und die daraus resultierende Sehnsucht. Heimlich treffen sie sich, was dem Vater nicht verborgen bleibt. Im familiären Streitgespräch verliert Falco nicht nur seine Tochter, sondern zugleich auch seine Ehefrau und wie es für eine gelungene Geschichte so sein soll, finden am Ende wieder alle zueinander. Damit der Weg dahin aber von vielen Kuriositäten geebnet ist, weist dieser zahlreiche Ideen der Autoren auf, die scheinbar alle ihren Weg in die Geschichte gefunden haben. Die Rebellengruppe kann aufgrund eines Unfalls nicht altern, Raven bekommt ein Serum, um nicht träumen zu können, Anführer Strat stirbt bei einem Unfall, hat diesen dann aber doch überlebt und obendrein neben einer Verehrerin auch einen weiteren Verehrer. Notwendig, um die Bedeutung des Musicals zu transportieren, war das wohl eher nicht, belohnt wird der Besucher dadurch aber mit weiteren Songs der seit wenigen Monaten nicht mehr unter uns lebenden Rocklegenden.
Das Bühnenbild hat im Verlauf keine größeren Umbauten und zeigt stets auf der linken Seite mit einem U-Bahn-Tunnel den Wohnort der Rebellen und rechts den imposanten Falco Tower mit Glasfronten und den Namensgeber in großen Buchstaben. Dennoch werden beide Orte immer wieder kreativ beleuchtet und dienen durch eine zusätzliche Leinwand links und projiziert auf die Glasfronten als Präsentationsfläche der fast ausnahmslosen Live-Video-Begleitung der Darsteller im Musikvideostil der 80er und 90er. Oft erwischt man sich dabei den Projektionsflächen zu folgen, obwohl die Handlung direkt vor den eigenen Augen spielt, da die Kameraführung und die verwendeten Effekte tolle Einblicke und das Gefühl ein kurzweiliges Musikvideo zu verfolgen übermitteln. Abgerundet durch kreatives Licht und Feuereffekte und der Tatsache, dass die Handlung nur zwischen beiden Orten wechselt, bietet das Bühnenbild einen gekonnten Platz auf dem sich alle Protagonisten austoben dürfen.
Neben der Rockmusik von Meat Loaf und Jim Steinman, die von Rock’n’Roll über epische Melodien bis hin zu gefühlvollen Balladen ab dem ersten Takt mitreißt, sind das wahre Highlight der Show die unfassbaren Rockröhren auf der Bühne, die nicht nur den Rocklegenden gerecht werden, sondern auch sichtlich Spaß an ihrem Engagement haben. Rob Fowler ist dabei kein Unbekannter. Ihn kennen wir aus zahlreichen Produktionen seit 2000 in Deutschland und seiner Teilnahme bei der Castingshow „The Voice of Germany“, in der er das Halbfinale erreichte. Von Beginn an sind er und seine Lebensgefährtin Sharon Sexton dem Rockmusical treu und kreierten die Rollen, die sie in Perfektion darbieten. Insbesondere den trockenen Humor der Mutterrolle setzt Sharon Sexton gekonnt um. Rebellenanführer Glenn Adamson zeigt sich als echter Rockstar – optisch und gesanglich und hätte damit sicherlich auch abseits des Musicals noch eine Karriere vor sich. Als großen Glücksgriff entpuppt sich Katie Tonkinson. Eigentlich spielte sie zuvor eine kleinere Rolle bei den Rebellen, überzeugt aber bei ihrer gestrigen Premiere als Tochter Raven mit kraftvoller Stimme und erfrischendem Schauspiel.
Abschließend ist BAT OUT OF HELL nicht nur ein gelungenes Rockkonzert, sondern viel mehr auch ein Musical mit kreativen Ideen, Witz und großem Spaßfaktor. Die Handlung ist schon fast Rockmusical-typisch mit vielen mitunter unnötigen Details künstlich aufgebauscht, lebt aber wie so oft davon, dass die Darsteller der englischsprachigen Tour diese authentisch mit Leben füllen und das Premierenpublikum im Sturm eroberten. Die Dialoge sind leicht verständlich und werden mittig über der Bühne untertitelt.
Die Tour begann gestern in Düsseldorf und verweilt noch bis zum 4. Januar 2023 im Capitol Theater. Es folgen bis Mai 2023 London, Wien und Zürich. Aufgrund der angespannten Parkplatzsituation in Düsseldorf wird ein Blick in die Parkplatzhinweise auf der Homepage des Theaters und eine frühzeitige Anreise empfohlen. Aufgrund der kurzen Spielzeit in Düsseldorf sollte zudem spätestens genau jetzt der Ticketkauf folgen.
Das Bühnenbild hat im Verlauf keine größeren Umbauten und zeigt stets auf der linken Seite mit einem U-Bahn-Tunnel den Wohnort der Rebellen und rechts den imposanten Falco Tower mit Glasfronten und den Namensgeber in großen Buchstaben. Dennoch werden beide Orte immer wieder kreativ beleuchtet und dienen durch eine zusätzliche Leinwand links und projiziert auf die Glasfronten als Präsentationsfläche der fast ausnahmslosen Live-Video-Begleitung der Darsteller im Musikvideostil der 80er und 90er. Oft erwischt man sich dabei den Projektionsflächen zu folgen, obwohl die Handlung direkt vor den eigenen Augen spielt, da die Kameraführung und die verwendeten Effekte tolle Einblicke und das Gefühl ein kurzweiliges Musikvideo zu verfolgen übermitteln. Abgerundet durch kreatives Licht und Feuereffekte und der Tatsache, dass die Handlung nur zwischen beiden Orten wechselt, bietet das Bühnenbild einen gekonnten Platz auf dem sich alle Protagonisten austoben dürfen.
Neben der Rockmusik von Meat Loaf und Jim Steinman, die von Rock’n’Roll über epische Melodien bis hin zu gefühlvollen Balladen ab dem ersten Takt mitreißt, sind das wahre Highlight der Show die unfassbaren Rockröhren auf der Bühne, die nicht nur den Rocklegenden gerecht werden, sondern auch sichtlich Spaß an ihrem Engagement haben. Rob Fowler ist dabei kein Unbekannter. Ihn kennen wir aus zahlreichen Produktionen seit 2000 in Deutschland und seiner Teilnahme bei der Castingshow „The Voice of Germany“, in der er das Halbfinale erreichte. Von Beginn an sind er und seine Lebensgefährtin Sharon Sexton dem Rockmusical treu und kreierten die Rollen, die sie in Perfektion darbieten. Insbesondere den trockenen Humor der Mutterrolle setzt Sharon Sexton gekonnt um. Rebellenanführer Glenn Adamson zeigt sich als echter Rockstar – optisch und gesanglich und hätte damit sicherlich auch abseits des Musicals noch eine Karriere vor sich. Als großen Glücksgriff entpuppt sich Katie Tonkinson. Eigentlich spielte sie zuvor eine kleinere Rolle bei den Rebellen, überzeugt aber bei ihrer gestrigen Premiere als Tochter Raven mit kraftvoller Stimme und erfrischendem Schauspiel.
Abschließend ist BAT OUT OF HELL nicht nur ein gelungenes Rockkonzert, sondern viel mehr auch ein Musical mit kreativen Ideen, Witz und großem Spaßfaktor. Die Handlung ist schon fast Rockmusical-typisch mit vielen mitunter unnötigen Details künstlich aufgebauscht, lebt aber wie so oft davon, dass die Darsteller der englischsprachigen Tour diese authentisch mit Leben füllen und das Premierenpublikum im Sturm eroberten. Die Dialoge sind leicht verständlich und werden mittig über der Bühne untertitelt.
Die Tour begann gestern in Düsseldorf und verweilt noch bis zum 4. Januar 2023 im Capitol Theater. Es folgen bis Mai 2023 London, Wien und Zürich. Aufgrund der angespannten Parkplatzsituation in Düsseldorf wird ein Blick in die Parkplatzhinweise auf der Homepage des Theaters und eine frühzeitige Anreise empfohlen. Aufgrund der kurzen Spielzeit in Düsseldorf sollte zudem spätestens genau jetzt der Ticketkauf folgen.
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