Bianca Basler und Julia Vieregge berichten über „The Voice of Germany“
Nach ihrem Battle bei „The Voice of Germany“ waren Bianca Basler und Julia Vieregge gemeinsam live auf Instagram und erzählten, was sie hinter den Kulissen der Castingshow und auf ihren unterschiedlichen Musicalwegen erlebt haben: von Castingrunden über Körperkritik und ihr Verhältnis zur Musicalbranche bis zum überraschenden Aus.
Bei „The Voice of Germany“ beworben haben sich beide tatsächlich bereits 2024. Julia bekam erst in diesem Jahr eine Rückmeldung, vermutlich, weil sie im Internet ihre Reichweite aufgebaut hat. Bianca wurde bereits 2024 eingeladen, konnte aber wegen eines Engagements nicht teilnehmen. 2025 wiederholte sich das. Dem Casting gingen mehrere Online-Runden voraus: Unzählige Videos oder Social-Media-Clips wurden eingeschickt und führten beide in Dutzende weitere Runden, die per Mail bestätigt wurden. Es folgte eine telefonische Einladung zum Casting nach Berlin, wo sie je drei Songs vorsangen, von denen einer dann der Song ihrer Blind Audition wurde.
Biancas drei Wunschsongs waren „Gloria“ von Laura Branigan, „When I Look At You“ aus Frank Wildhorns Musical THE SCARLET PIMPERNEL und der gewählte Titel „It's All Coming Back To Me Now“ von Céline Dion. Julia hatte neben der Wahl „I'm With You“ von Avril Lavigne noch „Ironic“ von Alanis Morissette, sowie eine Rockversion des Songs „Die Erste deiner Art“ von Helene Fischer auf ihrer Liste. Auch bei den Teamfights, in denen Julia in wenigen Wochen endlich zu sehen ist, liegt die Songauswahl bei ihr. Sie verrät im Livestream, dass ihr von ihrer Wahl sehr abgeraten wurde. Wir sind gespannt, ob ihr Bauchgefühl sie nicht im Stich gelassen hat.
Welche Coaches in dieser Staffel dabei sein würden, wussten beide interessanterweise auch erst, als diese medial verkündet wurden. Sie entschieden sich beide in ihren Auditions für Rea Garvey, der keine Favoritenrolle inne hatte. Julia träumte vom Coaching durch Michi Beck und Smudo, da sie selbst seit Jugendtagen großer Fan ist. Die zwei Rapper der fantastischen Vier hatten sich aber nicht umgedreht. Ihre Liste schreibt sich mit Shirin David, Rea Garvey und Nico Santos fort. Bianca wollte ins Team Frauenpower und hatte Shirin David als Wunschcoach – entschied sich aber gegen sie. Ihre Liste führte sie mit Nico Santos, Michi Beck und Smudo und abschließend mit Rea Garvey fort, entschied sich dann aber spontan für ihn, weil er im entscheidenden Moment genau das Richtige gesagt und sie beruhigt hat. Die Aura, die er ausgestrahlt habe, habe einfach gepasst. Auch Julia gesteht: „Rea hat mich mit seinem Song um den Finger gewickelt. Er ist von seiner Stimme her mehr in meiner Welt.“ Für Santos habe sie sich zu alt gefühlt. Garvey sei der perfekte Coach gewesen, habe alle Proben begleitet und beide immer sehr unterstützt.
Hinter den Kulissen gab es pro Folge sieben bis zehn Drehtage mit bis zu 13 Stunden. Es war klar, welche Station man an diesem Tag durchläuft, aber nie wann. So quälten sich beide durch lange Zeiten des Wartens, aber auch viele nicht ausgestrahlte Coachings. Hier lernten beide bei Naomi van Dooren, die seit 2011 Head Vocal Coach bei „The Voice of Germany“ ist, sowie bei Anthony, dem Side-Coach von Garvey. Der Coach selbst war hierbei nur rund 15 bis 20 Minuten dabei, um sein Feedback zu geben. Im Team lernten sich Bianca und Julia schnell kennen und stellten fest, dass sie gemeinsame Bekannte haben. Julia erzählt, dass sie ihre Battle-Partnerin sogar schon als Molly im Musical GHOST auf der Bühne erlebt hat. Entsprechend war Bianca ihr Angstgegner. Im TV wurde dies aber aus ihrer Sicht etwas überdramatisiert. Den Battle-Song „Stone Cold“ kannte Julia gar nicht, Bianca als einen von vielen aus ihrer Schulzeit, als dieser im Radio lief. Die Wahl hat beiden gefallen, da beide ihre Momente im Song hatten.
Über die freudige Nachricht, dass Bianca (heute im neunten Monat) schwanger ist und bei den bereits im Mai gedrehten und erst jetzt ausgestrahlten Battles den Contest verlassen hat, wurde natürlich viel gesprochen. Der erste Schwangerschaftstest fiel nur drei Tage vor den Blind Auditions positiv aus. Es folgten sechs Monate, in denen sie täglich unter Schwangerschaftsübelkeit litt, auch während der Dreharbeiten. Öffentlich gemacht wurde die Schwangerschaft zunächst nicht, denn in den ersten drei Monaten ist das Risiko einer Fehlgeburt hoch. Bei Bianca war zudem Endometriose diagnostiziert worden, was dieses Risiko weiter erhöht. Wann sie ihr Babyglück verkünden wollte, überließ die Produktion ihr komplett. Das gab ihr Freiheit, verunsicherte aber auch, weil niemand den besten Zeitpunkt kannte. Sie entschied sich dafür, Julia ohne dieses Wissen ins Battle zu schicken, wofür diese auch sehr dankbar war. Das Team habe Bianca in dieser Zeit bestens betreut. Und nun dürfen sich endlich alle mit ihr freuen, wenn sie schon bald ihren Jungen im Arm halten kann. Ob sie schon im kommenden Jahr zurückkehrt, lässt sie offen. Zugesagt wurde ihr, dass sie als Allstar erneut antreten darf.
Über ihren Musicalweg waren beide im Livestream sehr offen: Julia zeigte sich enttäuscht von der Branche. „Ich habe eine Musicalausbildung, aber noch nie eine Musicalrolle bekommen. Ich habe es 15 Jahre lang versucht – ohne Erfolg. Und dann habe ich das wieder gelassen. Sie wollten mich nicht und jetzt will ich nicht mehr. Ich bin einen anderen Weg gegangen.“ Das Gelernte setzt sie nun solo um und steht mit ihrer Coverband für Rosenstolz-Songs ganz persönlich auf der Bühne. Doch an Auditions hat sie weiterhin teilgenommen und verrät, dass sie im Finale der Auditions für WIR SIND AM LEBEN stand und vor Peter Plate und Ulf Leo Sommer für die Rolle der Rosie vorgesungen hat. In dem Stück zu spielen, fände sie großartig – allerdings ungern acht Mal pro Woche. Für das Musicalleben, sagt sie, sei sie dann vielleicht doch nicht gemacht.
Beide berichteten von Erfahrungen aus ihrer Ausbildungszeit, die die Branche nicht gerade in einem schmeichelhaften Licht erscheinen lassen. Bianca wollte die Folkwang Universität der Künste in Essen besuchen. Dort hieß es, sie würde immer herausstechen, da sie zu groß und zu kurvig sei. Das müsse sie mit Tanzen wettmachen. An der Musik und Kunst Universität der Stadt Wien (MUK), wo sie schließlich studierte, erlebte sie das Gegenteil: Dort hatte sie von Anfang an das Gefühl, dass man mit ihr arbeiten wolle. Auch Julia erhielt viel Kritik in ihrer Ausbildung: Gewicht sei immer ein Thema gewesen, dazu kamen ihr fehlendes Tanztalent und ihre herausstechende Stimme, die nicht ins Ensemble passe. Nebenbei gab es noch den spannenden Fakt, dass Julia ihre Ausbildung gemeinsam mit Lara Trautmann absolvierte, die in derselben Staffel für das Team von Nico Santos antritt und nun ebenfalls die Teamfights erreichte.
Gemeinsam wollen beide noch einmal auf der Bühne stehen und planen einen Gastauftritt, wenn Julia mit ihrer Coverband in Biancas Nähe ist. Bis dahin drücken wir Julia und Lara weiterhin fest die Daumen und hoffen, dass Julia ihr Vorhaben auch mit anderen Teilnehmern einen Livestream zu starten in die Tat umsetzt. Dann kann sie mit Lara noch tiefer in die gemeinsame Vergangenheit an der European Musical Academy eintauchen.
Der gesamte Livestream ist auf Instagram verfügbar

