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d667044ec2535d6b347d2580b265c5a0-fc40d083 Musikwunschdatenbank-Update – musicalradio.de | Musicals kostenlos im Radio

Musikwunschdatenbank-Update


veröffentlicht am 04. September 2026 #Update

Neun Werke, die fast alle erst in den vergangenen Wochen und zwei davon heute erschienen sind. Immer wieder geht es dabei um Außenseiter, die sich einen Platz erkämpfen: Jenna Rink, die in 13 GOING ON 30 mit dreizehn einfach nur dazugehören will, die Arbeiter auf der Baustelle von EMPIRE, Eva Perón auf ihrem Weg an die Staatsspitze in EVITA und JANE EYRE als mittellose Gouvernante. MURDER AT THE GATES bringt Steven Sater und James Bourne für einen schwarzhumorigen Mordfall in der amerikanischen Vorstadt zusammen, während NIGHT SIDE SONGS das Update in deutlich ernstere Gefilde führt. In STILETTO kämpft ein Kastrat im Venedig des 18. Jahrhunderts um Liebe und Anerkennung, THE PIANIST erzählt vom Überleben im zerstörten Warschau, und THIS AIN'T NO DISCO sucht dieselbe Zugehörigkeit in den New Yorker Clubs des Jahres 1979.

13 GOING ON 30
Jenna Rink ist dreizehn Jahre alt, unglücklich und wünscht sich an ihrem Geburtstag nichts sehnlicher, als endlich erwachsen zu sein. Am nächsten Morgen wacht sie als Dreißigjährige auf. Sie hat einen Traumjob bei einem Modemagazin, ein Apartment in New York – nur die Erinnerung an die letzten siebzehn Jahre fehlt. Während sie sich durch ein Leben tastet, das sie sich so nicht ausgesucht hat, muss sie feststellen, dass sie unterwegs ihren besten Freund Matt und einen Teil von sich selbst verloren hat. Die Bühnenfassung des Films aus dem Jahr 2004 stammt von den Original-Drehbuchautoren Josh Goldsmith und Cathy Yuspa, die Songs schrieben Alan Zachary und Michael Weiner. Im Kern geht es um die Frage, ob man das Erwachsenwerden wirklich überspringen möchte – und was dabei auf der Strecke bleibt.

EMPIRE
Mitten in der Weltwirtschaftskrise soll in New York das höchste Gebäude der Welt entstehen – doch niemand weiß so recht, ob das gutgehen kann. Das Musical von Caroline Sherman und Robert Hull erzählt den Bau des Empire State Buildings über drei Generationen hinweg – von den „Roaring Twenties” über die Depression bis ins Jahr 1976. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Industriellen und Visionäre, sondern vor allem die Menschen auf den Stahlträgern: eingewanderte Arbeiter, die „Mohawk-Skywalker” und eine Organisatorin, ohne die auf der Baustelle nichts läuft. Es ist eine Geschichte über Trotz und Aufbruch in einer Zeit, in der alles andere nach unten zeigte.

EVITA
Eva Duarte arbeitet sich aus einer Kleinstadt in der argentinischen Provinz über Radio und Film nach oben, bis sie an der Seite von Juan Perón zur mächtigsten Frau des Landes wird. Ihr Aufstieg wird von Che, einem skeptischen Kommentator, erzählt, der jede Geste der Volksnähe gegen das dahinter stehende Machtkalkül abwägt und die Heiligenverehrung konsequent aufbricht. Andrew Lloyd Webber und Tim Rice fragen dabei weniger, ob Eva Perón gut oder schlecht war, sondern wie Popularität entsteht und was sie kostet. Die neue Aufnahme entstand live im London Palladium und zeigt Rachel Zegler in der Hauptrolle.

JANE EYRE
Jane Eyre, die als Waise aufgewachsen ist und in einem strengen Internat großgezogen wurde, tritt eine Stelle als Gouvernante auf Thornfield Hall an. Zwischen ihr und dem verschlossenen Hausherrn Edward Rochester entsteht eine Nähe, die beide überrascht. Doch das Haus hütet ein Geheimnis, das alles zerstören kann. Charlotte Brontës 1847 erschienener Roman war schon damals ungewöhnlich, weil er eine Frau ohne Vermögen, Schönheit oder Verbindungen zur moralischen Instanz der Geschichte machte. John Caird und Paul Gordon haben die Geschichte in ein Musical verwandelt, das nach der Broadway-Premiere im Jahr 2000 vor allem als Kultalbum weiterlebte und nun auch in London aufgeführt wird.

MURDER AT THE GATES
Cameron hat gerade ihre Mutter und ihren Freund Ethan verloren, da richtet ihr Vater ausgerechnet eine Mörderspiel-Party in der abgeschotteten Vorstadtsiedlung aus. Was als Gesellschaftsspiel beginnt, kippt in den echten Ernst um, und der Abend wird für die Jugendlichen zur Abrechnung mit Trauer, Privilegien und der Frage, wer sie eigentlich sein wollen. Steven Sater, der einst SPRING AWAKENING schrieb, hat den Stoff über ein Jahrzehnt entwickelt, die Musik stammt vom Busted-Mitbegründer James Bourne. Herausgekommen ist eine schwarze Komödie mit Rock-Score, in der Gaten Matarazzo, Joy Woods, Milo Manheim und Ramin Karimloo die Hauptrollen spielen.

NIGHT SIDE SONGS
Susan Sontags Satz „Krankheit ist die Nachtseite des Lebens” gab diesem Musical seinen Titel und seine Haltung. In neunzig Minuten erzählt das Autorenduo The Lazours von Patientinnen, Angehörigen und Ärzten, von den kleinen Zuwendungen, die im Krankenhausalltag oft mehr zählen als große Gesten. Die Folk-Partitur setzt dabei auf gemeinsames Singen statt auf Pathos. Das macht auch die Aufnahme spürbar: Sie entstand mit einem mitsingenden Publikum im Studio. Ein Werk, das eher tröstet als erschüttert, aber sich vor nichts drückt.

STILETTO
Im Venedig des Winters 1730/31 ist Marco auf dem besten Weg, ein gefeierter Opernstar zu werden: Als Kind kastriert, hat er seine Knabenstimme behalten. Als er Gioia begegnet, eine außergewöhnlich begabte Sängerin und Tochter einer Sklavin, verlieben sich zwei Menschen ineinander, die in der Gesellschaft jeweils einen festen Platz haben. Ein Mord bringt ihre Welt ins Wanken und Marco muss sich seiner Vergangenheit stellen, um Gioia zu retten. Matthew Wilder, den viele als Komponisten von Disneys MULAN kennen, arbeitete Jahrzehnte an diesem Score; das Buch schrieb Tim Luscombe.

THE PIANIST
Władysław Szpilman war einer der bekanntesten Pianisten Polens, bis die deutsche Besatzung sein Leben zerstörte: Seine Familie wurde deportiert, er selbst überlebte, indem er sich in den Ruinen Warschaus versteckte, zuletzt mit Hilfe des Wehrmachtsoffiziers Wilm Hosenfeld. Seine Memoiren wurden weltberühmt und dienten Roman Polanski als Vorlage für seinen Oscar-prämierten Film „Der Pianist”. Die Bühnenfassung von Thom Southerland geht jedoch eigene Wege: Sie erzählt die Geschichte mit Szpilmans eigener Musik, die ein internationales Autorenteam – darunter sein Sohn Andreas Szpilman – mit neuen Texten versehen hat. Damit rückt in den Mittelpunkt, was in den bisherigen Adaptionen nur mitschwang: dass hier ein Komponist überlebte, dessen Werk selbst zum Zeugnis wurde.

THIS AIN'T NO DISCO
New York im Jahr 1979: Die Stadt pulsiert zwischen dem Glamour des Studio 54 und dem Underground des Mudd Clubs. Stephen Trask, bekannt durch HEDWIG AND THE ANGRY INCH und Peter Yanowitz verweben die Geschichten von Träumern, Aussteigern und Gestrandeten, die alle nach demselben suchen: einem Ort, an dem sie dazugehören. Das Stück ist weniger ein klassisches Buchmusical als eine Rockoper und ein Stimmungsbild einer Stadt kurz vor dem kulturellen Umbruch. Nach der Uraufführung im Jahr 2018 am Atlantic Theater Company erscheint der Score nun erstmals als Aufnahme mit einem Aufgebot, das von John Cameron Mitchell und Lena Hall über Jake Shears bis Sean Ono Lennon reicht.

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