Musikwunschdatenbank-Update
Vier neue Werke, vier Mal die Frage: Was passiert, wenn plötzlich alle anderen über einen reden? In ALONE wird eine junge Frau zum Gesprächsthema einer amerikanischen Kleinstadt, in MONTE-CRISTO kehrt ein zu Unrecht verurteilter als Rächer zurück, in SAPPHO – THE POETESS wird die berühmteste Dichterin der Antike als Rockstar auf die Bühne geholt und in THE JACK OF HEARTS CLUB wird eine Bar gefeiert, in der 1963 endlich niemand mehr flüstern muss.
ALONE
In diesem Coming-of-Age-Musical steht Mia im Zentrum. Sie ist eine junge Frau aus einer engen Kleinstadt, die unter den wachsamen Augen ihrer überfürsorglichen Mutter nach einem eigenen Weg sucht. Als sich nach einer schiefgelaufenen Sommerromanze eine ungeplante Schwangerschaft abzuzeichnen scheint, geraten Mia und ihre engsten Freundinnen und Freunde ins Zentrum des örtlichen Getuschels. Was folgt, ist eine ungeschönte Selbstfindung zwischen dem nahenden Erwachsenwerden, der Härte fremder Urteile und jenen Freundschaften, die echte Unabhängigkeit überhaupt erst möglich machen. Passend dazu werden die Hauptfiguren auf dem Konzeptalbum von John Ertman und Joseph Mathusek in jedem Track von anderen Stimmen verkörpert – so sollen Autonomie, Freundschaft und Widerstandskraft als allgegenwärtige Themen erscheinen.
MONTE-CRISTO
Alexandre Dumas’ Klassiker um Edmond Dantès kehrt in dieser französischen Fassung als große Bühnenerzählung zurück. Der junge Seemann wird Opfer eines Komplotts, für ein Verbrechen verurteilt, das er nie begangen hat, und verbringt vierzehn Jahre im Kerker des Château d’If, ehe ihm die Flucht gelingt. Unter der Identität des Grafen von Monte-Cristo tritt er den Verrätern von einst wieder gegenüber – und stellt dabei fest, dass die schwersten Kämpfe die inneren sind. Die Songs stammen von Benoît Poher, dem Sänger der Band Kyo, und Franklin Ferrand. Sie geben dem Stoff einen deutlich pop-rockigen Anstrich.
SAPPHO - THE POETESS
Sappho lebte von ca. 630 bis 570 v. Chr. auf der griechischen Insel Lesbos. Im Gegensatz zu Homer, der über Helden und Götter schrieb, verfasste die Dichterin Werke über Liebe, Sehnsucht, Freundschaft und Schönheit – also über die kleine, private Welt der Gefühle. Ihre Verse waren von Anfang an zum Singen gedacht, was sie zu einer naheliegenden Heldin für ein Musical macht. Hayley Canham hat sie als Songwriterin und Rockstar inszeniert und spielt in ihrer Ein-Personen-Fassung eine Geschichte, die sie selbst geschrieben hat. Von Sapphos Werk ist fast nur Fragmentarisches erhalten, und genau aus diesen Lücken lebt das Stück, das die Dichterin sowohl als Künstlerin als auch als frühe Ikone gleichgeschlechtlicher Liebe zeigt. Platon nannte sie einmal die zehnte Muse – Grund genug, ihr endlich eine eigene Bühne zu geben.
THE JACK OF HEARTS CLUB
Es ist die letzte Nacht des Sommers 1963 und im „Jack of Hearts Club”, einer rustikalen Schwulenbar in Provincetown, versammeln sich die Stammgäste zu ihrem alljährlichen Abschiedskabarett. Jon Richardsons Musical begleitet diese Wahlfamilie aus Freundinnen, Liebhabern und Diven durch einen Abend, an dem jede und jeder eine Entscheidung mit sich herumträgt, die das eigene Leben verändern wird. Bemerkenswert ist der Ton des Stücks: Anstelle von Tragik und Verbitterung wird von Romantik, Übermut und der Freude erzählt, an einem Ort zu sein, an dem man sich nicht verstecken muss. Der historische Druck von außen wird dabei nicht ausgeblendet – er macht nur umso deutlicher, was diese Bar für ihre Gäste bedeutet.
