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Überragend inszeniert: SUNSET BOULEVARD in Dortmund

Foto: Thomas Jauk, Stage Picture Überragend inszeniert: SUNSET BOULEVARD in Dortmund
Das Opernhaus Dortmund zeigt seit gestern Abend den Musical-Klassiker SUNSET BOULEVARD mit grandioser Besetzung und großem Orchester. Das 1993 entstandene Werk von Andrew Lloyd Webber nach dem Film „Boulevard der Dämmerung“ von Billy Wilder aus dem Jahr 1950 schafft es auch heute noch gekonnt das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Die Handlung wird dabei von dem erfolglosen Drehbuchautor Joe Gillis (Oliver Arno) erzählt. Von Schulden geplagt flüchtet dieser vor Geldeintreibern und findet sich nach einer wilden Verfolgungsjagd auf dem Anwesen des durch moderne Technik in Vergessenheit geratenen Stummfilmstars Norma Desmond (Pia Douwes) wieder. Als er das Haus betritt, wird er zunächst für den Bestatter des verstorbenen Hausaffen gehalten. Als er das Missverständnis aufklärt, Norma erkennt und erzählt, dass er Schriftsteller ist, gibt sie ihm die dringend benötigte Anstellung. Ihr selbst verfasstes Stummfilmdrehbuch „Salome“ soll finalisiert werden, damit der vergessene Star zurück ins Rampenlicht treten kann. Hierzu soll Joe gleich vor Ort einziehen. Joe beginnt seine Arbeit und stellt dabei rasch fest, dass das Werk weder interessant für eine Produktionsfirma, noch zeitgemäß ist. Gefangen in ihrer Scheinwelt, die durch ihren Butler Max (Ks. Hannes Brock) durch Aufopferung und fiktive Fanpost, sowie des psychischen Zustands Norma’s aufrecht gehalten wird, lässt die Grande Dame keine Kritik zu. Schließlich beginnt sie mehr und mehr Besitz von Joe zu ergreifen und verliebt sich in ihm. Währenddessen kommen sich Joe und Betty Schaefer (Wietske van Tongeren) näher. Die Sekretärin einer Produktionsfirma möchte eine Idee des Autoren mit ihm zu einem Drehbuch umschreiben. Eigentlich verlobt beginnt auch Sie Gefühle für Joe zu entwickeln, die im späteren Verlauf erwidert werden. Als ein Anruf aus der Produktionsfirma Normas Glauben an ihre Rückkehr verstärkt, beginnt ein Finale dessen Ausgang für alle Beteiligten unerwartet und dramatisch ausfällt. Die Scheinwelt wird aufgedeckt, jedoch die Hauptrolle bleibt.

SUNSET BOULEVARD zeigt sich im Opernhaus Dortmund in einer fantastischen Besetzung, die auf höchstem Maße harmonisiert. Pia Douwes präsentiert sich in der überheblichen und labilen Hauptrolle wieder einmal in Bestform. Ihr Gesang fesselt das Publikum, das ihr an diesem Abend häufig besonders viel Applaus zurück gab. Das Zusammenspiel zwischen ihr und Oliver Arno ist absolut authentisch. Dieser schafft den Wechsel zwischen Erzähler und Protagonist mühelos und überzeugt mit klarer Stimme und glaubhaftem Schauspiel. Ks. Hannes Brock stellt einen perfekten Butler dar und füllt seine Aufgabe auch gesanglich bestens aus. Ebenso wie Wietske van Tongeren, deren Präsenz trotz der weniger im Vordergrund stehenden Rolle positiv gegeben ist. Die weiteren 17 Ensemble-Mitglieder sind ebenfalls deutlich hervorzuheben. Jeder einzelne scheint stimmlich perfekt engagiert worden zu sein, da die Harmonien nicht besser im Zusammenspiel mit dem großen Orchester der Dortmunder Philharmoniker hätten klingen können. Diese wiederum bewiesen mit hoher Präzision und spürbarem Gefühl unter der Leitung von Dirigent Ingo Martin Stadtmüller, dass Andrew Lloyd Webbers über 20 Jahre altes Werk zeitlos ist.
 
Das Bühnenbild von Heike Meixner zeigt sich ausgeklügelt: Eine schräge Plattform dient dabei zweckmäßig den Szenen nicht nur als Boden, sondern vielseitig von der Couch bis hin zur Bar. An den Seiten sorgen zwei hohe Drehelemente für schnelle Ortswechsel binnen Sekunden. Auch bei der Kostümwahl bewies Meixner eine gute Wahl. Das Zusammenspiel der Regie von Gil Mehmert und der Choreographien von Melissa King ist ebenso stimmig.

So ist und bleibt SUNSET BOULEVARD weiterhin ein Garant für einen erstklassigen Musicalabend, der im Opernhaus Dortmund mit hochkarätiger Besetzung und erstklassigem Orchester noch dreizehn Mal bis zum 22. Januar des kommenden Jahres erlebt werden kann.


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Und der Applaus nahm kein Ende... Soeben geht sie zu Ende, die Premiere von "Sunset Boulevard" - was für eine fulminante Vorstellung. Danke und Glückwunsch an das komplette Ensemble!

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