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Leicht vulgär und äußerst spaßig: SATURDAY NIGHT FEVER in Tecklenburg

Leicht vulgär und äußerst spaßig: SATURDAY NIGHT FEVER in Tecklenburg
Die FreilichtSpiele Tecklenburg präsentierten das Musical SATURDAY NIGHT FEVER gestern Abend erstmals open air in Deutschland. Keine leichte Aufgabe, die das größte Freilicht-Musiktheater des Landes aber wieder einmal mit viel Kreativität und unterhaltsamer Besetzung meisterten. Zum Klang der großen Hits der „Bee Gees“ feierten über 2.300 Besucher Alexander Klaws, der als Sieger der Tanzshow „Let’s Dance“ im Jahre 2014 seine Tanzqualitäten mit seiner Lebensgefährtin und Musicaldarstellerin Nadja Scheiwiller darbot und mit unterhaltsamem Ensemble für einige vulgäre Momente sorgte, die die Besucher so nicht erwartet hatten.

In der zeitgemäßen Umsetzung von Regisseur Ulrich Wiggers, der auch ARTUS – EXCALIBUR für die FreilichtSpiele inszeniert, deckt sich die Handlung mit jenem Kinofilm, der 1977 nicht nur die „Bee Gees“ musikalisch hervorbrachte, sondern eine regelrechte, weltweite Disco-Welle auslöste. Coole Schlaghosen und 70er-Jahre-Style sind beim großen Ensemble in Tecklenburg dabei jedoch fast vierzig Jahre später nur vereinzelt zu erkennen; die Produktion transportiert die Handlung vielmehr in das 21. Jahrhundert. So werden natürlich einige genannte Namen ausgetauscht, aber auch Sprachausdrücke nach aktuellem Gebrauch angepasst. Leider wird dabei deutlich, wie sich die deutsche Sprache im Bezug auf Kraftausdrücke gewandelt hat. Das Publikum muss einige Male schlucken, wenn gleich sich hier sprachlich nur die Realität auf die Bühne getraut hat. Vulgäre Ausdrücke waren aber auch im filmischen Original vorhanden, so dass der Kultfilm SATURDAY NIGHT FEVER in einer jugendfreien Fassung ein zweites Mal entschärfter veröffentlicht wurde. Nicht zu vergessen: Die Hauptakteure des Musicals spielen 20-jährige Heranwachsende, die in New York leben  und ihre Grenzen austesten.

Eine Aufgabe, die von dem tadellosen Cast erstaunlich gut absolviert wurde. Allen voran Alexander Klaws, der mehrmals bis auf eine Unterhose tragend vom Publikum nicht nur für seine Stimme mit tosendem Applaus gefeiert wurde. Die Hauptrolle des „Tony Manero“ spielt er überzeugend authentisch und macht sich die musikalische Vorlage gekonnt zu Eigen. Als 20-jähriger Sohn seit wenigen Monaten arbeitslosen Eltern, Bruder einer Schwester und eines Priesters arbeitet Tony als Verkäufer in einem Farbengeschäft. Seinen kleinen Lohn lässt er gern in der Discothek „2001 Odyssey“, wo er am Wochenende zusammen mit Freunden am liebsten seine Zeit verbringt. Tony´s großes Talent ist der Tanz. In der Discothek ist er der Star und wird von Frauen angehimmelt. Dort sieht er eines Tages zum ersten Mal Stephanie Mangano (Nadja Scheiwiller), die seinem Charme nicht erliegt. Um einen Tanzwettbewerb zu gewinnen verbünden und treffen sich beide zum gemeinsamen Training. Während der Vorbereitungen geschehen im Freundes- und Familienkreis einige persönliche Veränderungen, so dass am Ende Tony’s Freunde und auch er selbst mit neuen Herausforderungen zu kämpfen haben.

SATURDAY NIGHT FEVER und die damit verbundene Ära der Disco-Musik wurde von den Kreativen der FreilichtSpiele Tecklenburg überraschungsvoll in Szene gesetzt. Zwischen dem zweistöckigen Elternhaus der Manero’s auf der linken Seite und Tony’s Arbeitsstelle auf der rechten, findet sich in der Mitte die Discothek „2001 Odyssey“, die im unteren Bereich mit Lichteffekten, Spiegelwänden und Lichtstreifen die Tanzmenge perfekt umhüllt. Ohne Lichteffekte wird aus den Spiegelwänden die Tanzschule, in der Tony auf Stephanie trifft und geschlossen zeigt sich die düstere Gegend des New Yorker-Stadtteiles Brooklyn Bay Ridge. Über dem rechten Tor der Burgruine findet sich die Verrazano-Narrows Bridge wieder, die Tony mit seinen Freunden gerne aufsucht, um daran zu klettern. Viele Schauplätze, die so schnell aufgesucht werden können.  

Die Kostümwahl ist nicht konsequent gelungen. Vereinzelt mischen sich die prägnanten Kleidungsstile der 70er mit zu modernen Elementen. Schlussendlich schaffen die zahlreichen Darsteller aber dennoch ein gelungenes Gesamtbild, das zur kraftvoll gespielten Musik der Band unter der Leitung von Klaus Hillebrecht auch einige Körper im Publikum zum Mittanzen verführte.

Beim Schlussapplaus zeigte sich deutlich, dass auch SATURDAY NIGHT FEVER eine gelungene Wahl für die Freilichtsaison 2016 im Tecklenburger Land ist, denn das Publikum feierte das gesamte Ensemble zurecht mit nicht enden wollendem Applaus.


Besetzung:

Tony Manero: Alexander Klaws
Stephanie Mangano: Nadja Scheiwiller
Annette: Lisa Kolada
Bobby C: Thomas Hohler
Flo Manero: Anne Welte
Frank Manero Sen.: Gernot Schmidt
Frank Manero Jun.: Mathias Meffert
Monty/Clubsänger: Christian Schöne
Double J: Karim Ben Mansur
Joey: Andrea Luca Cotti
Fusco: Thomas Schirano

Ensemble: Juliane Bischoff, Sophie Blümel, Anna Carina Buchegger, Jennifer Kohl, Marthe Römer, Marta Di Giulio, Luisa Mancarella, Céline Vogt, Joyce Diedrich, Sebastian Brandmeir, Jan Altenbockum, Andrea Luca Cotti, Zoltan Fekete, Marco Herse Foti, Andrew Hill, Fin Holzwart, Luciano Mercoli, Wolfgang Postlbauer

Regie: Ulrich Wiggers
Musikalische Leitung: Klaus Hillebrecht
Choreografie: Hakan T. Aslan

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