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Nicht ins Wasser gefallen: Pfingstgala Tecklenburg 2013

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Es hätte ein nasser Abend werden können, doch dem Regengott sei Dank, ist die diesjährige Pfingstgala „Musical meets Pop" der Freilichtspiele Tecklenburg trocken geblieben. Doch selbst Regen hätte die grandiose Stimmung bei dem beliebten Open Air-Konzert nicht kippen können.

Tecklenburger Musicalfans sind nämlich besonders erfahren, wenn es um Konzerte im Freien geht, denn der zur Freilichtsaison alltägliche Spaziergang der Besucher mit Sitzauflagen durch das kleine Städtchen ist längst symphatischer Kult. Und auch auf „ihre" Pfingstgala freuen sich die Fans schon weit im Voraus.

Kein Wunder also, dass die erste Hälfte, die ausschließlich Musicalsongs beinhaltete, schon zu Beginn mit einem Stimmungsfeuerwerk das Publikum gleich in den Bann zog, als „Pinball Wizard" aus dem Musical „Tommy" von allen Solisten des Abends, darunter Pia Douwes, Annemieke van Dam, Josephin Busch, Brigitte Oelke, Alexander Klaws, Sascha Krebs, Julian Looman und Reinhard Brussmann vorgetragen wurde. Alexander Klaws war dabei die größte Freude im Gesicht zu erkennen, denn für ihn beginnt in diesem Jahr die erste Saison als Darsteller bei den Freilichtspielen Tecklenburg. "Ich komme ja aus dem Münsterland, aber ich weiß auch nicht, warum es 10 Jahre dauern musste, bis ich hier mal stehen darf."

Auch Josephin Busch war zum ersten Mal Gast der Pfingstgala und überzeugte mit dem ersten Solosong „Gegen die Strömung" aus dem Musical „Hinterm Horizont", in dem sie aktuell die "junge Jessy" besetzt. Annemieke van Dam, aktuell als Elisabeth im gleichnamigem Musical zu sehen, sang „Fly, fly away" aus „Catch me if you can" und Sascha Krebs, der wieder einmal für die besonders gelungene Titelmischung zuständig war, sang aus dem Musical „Memphis" den Titel „Memphis lives in me".

Brigitte Oelke hatte sich vor Kurzem bei der Premiere von „City of Angels" den Knöchel verdreht, ließ ihre Krücken aber hinter der Bühne. Intendant Radulf Beuleke hingegen zeigte dem Publikum die Gehhilfen, die man seiner Meinung nach auch in die Performance hätte einfließen lassen können. „Ich hatte nicht mehr die Zeit die Krücken mit Strass-Steinen zu veredeln", entgegnete die "Killer Queen" und biss auch für den Rest des Abends die Zähne zusammen.

Energiegeladen kam dann Alexander Klaws auf die Bühne, um „Fremde wie ich" aus dem Musical „Disney's Tarzan" vorzutragen, bevor Radulf Beuleke das Publikum ermahnte nun bitte nicht zu den Toiletten zu gehen, um Klopapier zu holen, denn es folgte Julian Looman's gekonnte Darbietung von „Sweet Transvestite" aus der „Rocky Horror Show".

Gänsehaut ist garantiert, wenn Pia Douwes auf der Bühne steht. Mit „Finding Wonderland" aus „Wonderland" bewies sie ebenso Ihr Stimmtalent, wie der am Opernstudio des Wiener Konservatoriums ausgebildete Sänger Reinhard Brussmann. Er sang „Sterne" aus „Les Misérables".

Nachdem alle Solisten nun einzeln performen durften, wurde der erste Teil mit gemeinsamen Darbietungen beendet. Darunter gaben Brigitte Oelke, Pia Douwes und Annemieke van Dam mit „I'm A Woman" aus „Smokey Joe's Cafe" einen fulminaten Auftritt ab. Es folgte ein rein niederländisch gesungenes Duett aus dem Musical „Soldaat van Oranje" des niederländischen Paares Annemieke van Dam und Julian Looman und das Duett „All I Ever Want" aus „3 Musketiere" gesungen von Brigitte Oelke und Alexander Klaws, bevor mit einem Medley aus „Der Schuh des Manitu", dem Musical das ab dem 22. Juni in einer Neuauflage in Tecklenburg zu sehen sein wird, der 1,5 stündige Musicalblock beendet wurde.


Im zweiten Block wurden die Freilichtspiele Tecklenburg dann wieder Ihrem Motto „Musical meets Pop" gerecht. Julian Looman, Alexander Klaws und Sascha Krebs sprangen zu „Jump" (Van Halen), Reinhard Brussmann bewies seine Stimmgewalt mit „Caruso" (Josh Groban) und Julian Looman zeigte große, stimmliche Ähnlichkeit zu Roger Cicero, als er dessen Song „Murphy's Gesetz" interpretierte.

Pia Douwes und Sascha Krebs sangen „I wanna know what love is" (Foreigner), worauf anschließend Josephin Busch mit Frida Gold's "Wovon sollen wir träumen?" ordentlich abrockte. In einem deutsch-niederländischen Mix lernte man dann durch Annemieke van Dam und Julian Looman den Hit „Still" von Jupiter Jones auch einmal in einer anderen Sprache kennen, bevor Alexander Klaws stimmgewaltig den Hit „Man in the mirror" des verstorbenen King of Pop, Michael Jackson, präsentierte.

Ein kurzer Exkurs in das Musical „Next To Normal" wurde dann aber sehr zur Freude des Publikums im zweiten Block eingebunden, in dessen Verlauf Pia Douwes ihre Vorfreude auf ihr Engagement im Stadttheater Fürth ab Oktober zum Ausdruck brachte.

Überraschen konnte dann Annemieke van Dam mit einer bombastischen Darbietung des Beyonce-Hits „If I were a boy", worauf Brigitte Oelke mit ihrer „Rockröhre" und dem Titel „Like the way I do" (Melissa Etheridge) gleich zog.

Es sollte rockig bleiben, so dass auch „You shook me all night long" (AC/DC) gesungen von Josephin Busch und Brigitte Oelke, als auch „Rebel yell" (Billy Idol) gesungen von Sascha Krebs das Publikum weiterhin nicht auf den Sitzen hielt.

Besonders amüsant waren auch die Moderationen von Radulf Beuleke und Sascha Krebs. Letzterer erinnerte sich an die Pfingstgala des Vorjahres, bei der er Mark Seibert Socken ausgeliehen hatte. Als sich diese dann doch noch hinter der Bühne fanden, freute sich Sascha Krebs, dass Mark Seibert dann „doch irgendwie auch dabei ist". Modetausch ist bei der Pfingstgala schon beinahe ein Ritual. In diesem Jahr lieh sich Josephin Busch eine Hose von Pia Douwes aus, da ihre „auf der Toilette geplatzt sei". Josephin zeigte keine Scham und gab den Vorfall zum Spaß des Publikums gerne öffentlich zu. Brigitte Oelke brachte kurzzeitig einmal das Programm durcheinander, als sie nach Alexander Klaws rief, um ein Duett beinahe vorzuziehen. Alexander stürmte zur Bühne und erhielt seinen ersten „Herzinfarkt mit 29", den er zum Glück überlebte.

Mit „Born this way" (Lady Gaga) und "What a Feeling" (aus "Flashdance") erzielte die Pfingstgala dann ihr Ende. Das Publikum hätte noch viele weitere Stunden die acht Solisten, vier Backgroundsänger und große Band unter der Leitung von Klaus Hillebrecht auf der Bühne gesehen, doch nach 3 Stunden perfekter Unterhaltung gönnte man allen Beteiligten den Abschluss einer erneut perfekten Pfingstgala.

Neben „Der Schuh des Manitu" (Premiere am 22. Juni 2013), darf man sich in der nun startenden, neuen Saison außerdem auf „Der Graf von Monte Christo" (Premire am 26. Juli 2013) und das Familienmusical „Pippi Langstrumpf" (Premiere am 26. Mai 2013) freuen.