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Medienecho: "Das Phantom der Oper"

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Medienecho: "Das Phantom der Oper"
Das Musical-Comeback des Jahres steht wenige Tage nach der Premiere im Theater Neue Flora in Hamburg bereits stark in der Kritik. Das halbierte Orchester und die Hauptbesetzung scheinen gute Gründe zu sein lieber an alte Erinnerungen zu Andrew Lloyd Webber's Welterfolg festzuhalten, statt der neuen Produktion Gehör zu Schenken. Das Medienecho nach 2 Tagen.

Das Hamburger Abendblatt Redakteur Stefan Grund titelt "Phantomschmerz trotz prächtiger Kulissen und Kostüme" und bemerkte einen "Phantomchor früherer Phantom-Aufführen", darunter Peter Hofmann und Michael Crawford, in seinem Kopf und beschreibt Matthias Edenborn als "halt einen Musicalsänger", der den "operngeschulten Ur-Phantomen nicht das Wasser reichen kann". Valerie Link "bleibt weniger weit hinter großen Besetzungen zurück, an Sarah Brightman und Anna Maria Kaufmann reicht sie aber längst nicht heran". Nicky Wuchinger als Raoul singt "unsicher", dennoch liefern alle "eine gute Show". Der Protest von Ver.di vor den Türen des Theaters zum halbierten Orchester hält Stefan Grund jedoch für unbegründet: "Musiker werden hier durch Keyboards ersetzt. Für den Zuschauer macht das kaum einen Unterschied, von Playback kann keine Rede sein. Bei der Premiere überzeugte das Orchester unter der Leitung von Klaus Wilhelm restlos."

Härter und insbesondere fachlicher geht Musicalzentrale Redakteur Björn Herrmann ins Gericht: Matthias Edenborn als Phantom sei eine "echte Fehlentscheidung", dessen "eher poppig klingender Tenor nicht nur im Titelsong überfordert wirkt. [...] Mit großen Gesten versucht er, der Rolle eine Prägung zu geben, aber Motive und Charakter seines Phantoms bleiben unklar." Durch seine "großen Artikulationsprobleme [...] versteht man ihn teilweise kaum." Auch Valerie Link "findet den Übergang zur großen Stimme nicht. [...] Es bleibt unklar, warum sie eigentlich gefeiert wird, erst im Titelsong trägt ihre Stimme." Ihre Schauspielkunst wird dennoch mit "als eine von Wenigen überzeugend" gelobt. Nicky Wuchinger bleibt "gesanglich und schauspielerisch solide". Für die Orchesterhalbierung findet Björn Herrmann deutliche Worte: Das Ergebnis des Orchesters sei "höchst ärgerlich und jedenfalls nicht das „Comeback des Jahres“. Wo in der Ouvertüre "einstmals der Kronleuchter unter beeindruckendem Orchestersound an die Saaldecke fuhr, tönt jetzt ein Keyboardbrei aus den Lautsprechern. Die Wucht der Musik und die Magie der Szene sind fort. [...] 14 Musiker mögen ihr Bestes tun, aber gut klingt das nicht." Schlussendlich hat das Musical sogar "seine Seele verloren".

Der NDR zeigte in seiner regionalen TV-Sendung "NDR aktuell" einen kurzen Videoclip, in dem auch Zuschauer nach Ihrer Meinung gefragt wurden. Dabei stellte ein Mann fest, dass es "klanglich ganz anders" ist und damals "sehr viel massiver und kräftiger" wirkte. Die Sprecherin des Beitrages fügt dem unverständlich zu: "Tja, das Phantom ist eben eines der erfolgreichsten Musicals von Andrew Lloyd Webber".

Stage Entertainment feiert sich am Folgetag in einem Video auf YouTube natürlich selbst:

"Es scheint als würde "Das Phantom der Oper" mit seiner einzigartigen Geschichte an alte Erfolge anknüpfen." Andrew Lloyd Webber bezeichnet die Umsetzung gar als "magnificent" und Anna Maria Kaufmann hatte "Gänsehaut pur", es sei "einfach phantastisch gewesen". Und auch mit Prominenz wurde nicht gegeizt: Neben Dita von Teese ("Das Stück ist eine tolle moderne Interpretation der goldenen Musical-Ära.“) holte man ausgerechnet Boris Becker auf den roten Teppich, der laut BILD-Zeitung für den "Ehe-Eklat" des Abends sorgte. Unfreundlich soll er seiner Ehefrau Lilly befohlen haben ihn für seinen Twitter-Account zu fotografieren, schließlich ist Becker der am häufigsten twitternde "Promi" in Deutschland.

Und schon verraucht das "Comeback des Jahres" in die Katakomben des deutschen Journalismus. Wie das Stück war? Keine Angabe, aber Promis waren da!

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