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Erneutes Feintuning: "Die Päpstin" in Fulda

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Aufnahmejahr der Bildergalerie: 2011 Aufnahmejahr der Bildergalerie: 2011
"Die Päpstin" ist in die dritte Spielzeit gestartet. Seit der Uraufführung 2011 hat die Spotlight Musicalproduktion GmbH immer wieder Feintuning betrieben und schafft es erneut durch große und kleine Veränderungen die beliebte Eigenproduktion im Schlosstheater Fulda bestens in Szene zu setzen.

Dabei wurde insbesondere Wert auf flüssigere Szenenwechsel gelegt. Tappte der Zuschauer 2011 noch häufig recht lang im Dunkeln und vernahm laute Bewegungsgeräusche des Bühnenbildes, so gerät "Die Päpstin" 2013 nicht mehr ins Stocken. Durch neue Zwischenmusiken und verändertes Licht beginnen neue Szenen bereits, während des Bühnenbild wechselt. Der Zuschauer vernimmt dabei keine störenden Geräusche und wird so noch stärker an die spannende Geschichte des Erfolgsbestseller von Donna W. Cross herangeführt.

814 anno domini, in einer Zeit, in der Frauen gegenüber Männern keinen Stellenwert hatten, kommt Johanna als Tochter eines Dorfpfarrers zur Welt. Heimlich lernt sie Lesen und Schreiben, während ihr Vater ihren Bruder Johannes unterrichtet. Mit diesem flüchtet Johanna über Nacht nach Dorstadt, wo sie von dem Gelehrten Aeskulapius an der Scola unterrichtet und von Gerold und dessen Frau beheimatet wird. Viele Zufälle bewirken es, dass sich Johanna - als Frau unerkannt - viele Jahre später auf dem Papstthron wieder findet.

Die Handlungsdarstellung wurde seit 2011 zweckmäßig immer wieder leicht verändert. Damals - wie auch im Original - lernte die kleine Johanna Lesen und Schreiben von ihrem verstorbenen Bruder Matthias. In der aktuellen Musicalfassung schnappt sie ihr Wissen heimlich bei den Lehrstunden des Vaters auf. Wurde Johanna 2011 noch sinnbildlich von einer schützenden Nonne und 2 Raben begleitet, so kommt das Musical aktuell ohne die Ordensschwester aus. Diese und weitere kleine Eingriffe in den Handlungsablauf sorgen schließlich dafür, dass die inhaltsintensive Geschichte auch Musicalbesuchern, die mit der Geschichte nicht vertraut sind, verständlich und logisch dargestellt wird. Lediglich optische Alterserscheinungen fehlen den meisten Charakteren im Verlauf der Zeitreise.

Jene Charaktere haben dabei aber seit 2011 nicht an Glanz verloren. Viele blieben dem Musical treu, darunter erfreulicherweise auch Sabrina Weckerlin, die mit der Hauptrolle der Päpstin eine neue, persönliche Paraderolle entwickeln konnte. Mit der perfekten Mischung aus schauspielerischem Talent, ergreifendem Gefühl und Gänsehaut bereitendem Gesang hat Sabrina Weckerlin die anspruchsvollen Titel wie "Einsames Gewand" oder "Wer bin ich, Gott?" um beachtliche Phrasierungen erweitert und zeigt damit wie sehr sie die Rolle verinnerlicht hat.

Ebenso erhalten blieb auch Claus Dam, der als Aeskulapius auch Teile der Geschichte erzählt. Den Wechsel von seiner Rolle zum erklärenden Sprecher schafft er mit seiner angenehmen Gesangs- und Sprechstimme fließend. Die Rollen des Fulgentius/Rabanus wurden auch wieder von Dietmar Ziegler besetzt, dessen Titel "Hinter hohen Klostermauern" vom Publikum auch wieder mit großem Beifall belohnt wurde. Seine Doppelrolle, die unterschiedlicher nicht ausfallen könnte, meistert er mit Bravur.

In unserer rezensierten Vorstellung vom 25. Juli konnten wir uns auch von weiteren Mitgliedern der Besetzung überzeugen, die bei den von uns zuvor besuchten Vorstellungen nicht auf der Bühne standen.. Darunter auch die achtjährige Matilda Martin, die als kleine Johanna das Publikum mit viel Talent überzeugen konnte. Mit ihrem Idol Sabrina Weckerlin auf der Bühne zu stehen ist für sie gleichzeitig auch die Erfüllung eines Traumes.

Die weiteren Besetzungen von Dennis Henschel als "Gerold", Frank Bahrenberg als "Arsenius", Anke Fiedler als "Gudrun/Marioza", Bruno Grassini als "Vater", Anna Müllerleile als "Richild", Olaf Meyer als "Lothar" und Martin Rönnebeck als "Papst Sergius" zeigten, dass die Spotlight Musicalproduktion auf viele erstklassige Darsteller zurückgreifen kann, die das Musical "Die Päpstin" auch mit dem weiteren Ensemble zu einem fantastischen Bühnenwerk erleben lassen. Kein Wunder also, dass auch die dritte Spielzeit an die Erfolge der beiden Vorjahre anknüpfen kann und wird.

Erfreulich dabei ist, dass neben dem Schlosstheater Fulda (bis 21. Juli) und dem Theater Hameln (05. bis 15. September) auch das Prinzregenten Theater in München (21. bis 29. September) bespielt werden. Wer "Die Päpstin" bis dato noch nicht gesehen hat, sollte die Chance in diesem Jahr unbedingt nutzen.

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