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Borchert's besinnliche Bescherung

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Zugegeben stellt man sich vor einem Konzertbesuch mit dem Titel "Borchert besinnlich" die Frage: "Kann Thomas Borchert besinnlich sein?" Schafft es dieser grandiose Entertainer eine ruhige Stimmung wie die der Weihnachtszeit besinnlich zu vermitteln? Die Antwort lautet "Yes, he can!" und zwar auf seine ganz eigene, unverwechselbare Art.


Weihnachtlich glänzte die Bühne mit Christbaum und Dekoration, halbnackte Männer in sexy Nikolauskostümen verteilten Lebkuchen und jeder Sitzplatz war mit einer Weihnachtsmütze besetzt. Schon vor Konzertbeginn war hier Jedem klar, dass Weihnachten naht. Und so nahm Thomas Borchert gleich zu Beginn Platz am Klavier, zückte ein Notenbuch mit Weihnachtsliedern, das er mit acht Jahren von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte und improvisierte alt, verstaubte Weihnachtssongs in moderner, mal jazziger, aber auch andächtiger Borchert-Art und hauchte nicht nur den bekanntesten, sondern unter Anderem auch 300 Jahre alten - eher unbekannten - Weihnachtsliedern neues Leben ein. Immer stets darauf bedacht sein Publikum mit einzubeziehen. Die bereits erwähnten Weihnachtsmützen waren dabei keinesfalls nur Stuhldeko. Vielmehr handelte es sich dabei um Vorboten eines "Schleudertraumas", das Thomas Borchert liebevoll im Wort "Schleudertraum" verpackte. Immer dann wenn ein Weihnachtslied von Glöckchen erzählte, war dies der Einsatz des aufmerksamen Publikums die Köpfe zu bewegen, um den Glöckchen der Mützen ein "Kling Glöckchen, Klingelingeling" zu entlocken. Weihnachten muss nicht langweilig sein und könnte es mit Thomas Borchert sowieso nicht.

Aber natürlich kann Thomas Borchert auch besinnlich sein. Seine Stimme ist bekanntlich nicht nur eine der besten Gesangsstimmen des Landes, sie ist auch eine die Geschichten erzählen kann. Ob Weihnachtsgeschichten oder Gedichte - wenn Thomas Borchert erzählt, ist das Publikum aufmerksam und lässt sich verzaubern. Aus seinen privaten Werken ließ er das Publikum auch an persönlichen Liedern teilhaben, wie etwa jenem, das er kurz nach Geburt seines heute 16-jährigen Sohnes verfasste, um seinen Gefühlen als stolzer Vater nach der Geburt wunderbar Ausdruck zu verleihen oder dem Versprechen an seine Frau Rebecca im nächsten Jahr Weihnachten mehr zuhause zu sein. Magische Momente im Ebertbad Oberhausen.

Doch was wäre ein Konzert mit Thomas Borchert ohne große Musicalmomente? Diese fielen an diesem Abend aber programmgemäß besinnlicher aus, obwohl sich Borchert als Graf von Krolock ein kleines "Leise rieselt dein Blut" nicht verkneifen konnte. Mit "Der Mann, der ich einst war" als Graf von Monte Christo hingegen wählte er aber ebenso perfekte Titel aus, wie "Dies ist die Stunde" (Jekyll & Hyde), "Bring ihn heim" (Les Miserables) oder "Die Musik der Nacht" (Das Phantom der Oper).

Als Gast des Abends begeisterte auch Michaela Schober ("Rebecca") mit Weihnachtssongs und stimmgewaltigen Duetten, stets begleitet von der wunderbaren Marina Komissartchik am Klavier.

Ende 2013 gastiert Thomas Borchert mit seinem Weihnachtskonzert erneut in Wien (09.12.2013) und Oberhausen (17.12.2013). Als special guest wird dann Felix Martin "Borchert besinnlich" unterstützen. Tickets sind bereits jetzt verfügbar unter www.soundofmusic-shop.de.